Musikhaus Piano Riemer Ingolstadt

Firmengeschichte

 

 

ca. 1840 

In Frauenberg bei Kratzau im Sudentenland, beschäftigte sich der Landwirt August Riemer in seiner Freizeit mit dem Reparieren von Uhren. Eines Tages bekam er eine aus dem Schwarzwald stammende Drehorgel in die Hände und war davon fasziniert. Er begann, kleine Spielwerke und Drehorgeln selbst zu bauen. Diese Instrumente wurden immer bekannter und beliebter. Bald arbeitete er mit seinen drei Söhnen August, Bernhard und Josef bei der Orgelherstellung.

 

 Fabrikkomplex in Kratzau, Böhmen

Fabrikkomplex in Kratzau, Böhmen

     

 

1845 

Die Firma wurde ins Handelsregister eingetragen.

 

 

1860 

Die Firma hatte bereits 20 Mitarbeiter und fertigte mit Dampfbetrieb.

Nach dem Tod des Vaters August errichteten die drei Brüder ein Fabrikgebäude in Kratzau, das im Volksmund „die Orgelburg“ genannt wurde. Kurz darauf ging der Betrieb allein an Bernhard über, als seine Brüder August und Josef sich aus dem Geschäft zurückzogen.

 

 

1896 

Bernhard Riemer übergab seine Firma „Gebrüder Riemer“ an seine drei Söhne, Robert, Julius und Heinrich über. Sie bauten das Geschäft noch weiter aus und unter Verwendung modernster Technik widmeten sie sich der Herstellung von Musikautomaten und Drehorgeln. Die Werke wurden ab diesen Zeitpunkt nicht nur in die österreichisch-ungarische Monarchie geliefert, sondern unter anderem auch nach Deutschland, Frankreich, Belgien, der Schweiz, Amerika und Russland. Aus den kleinen Anfängen war nun eine „Weltfirma“ geworden.

 

 

Katalog und Preisliste Katalog und Preisliste "Gebrüder Riemer"

     
 

 

1903

Die Firma „Gebrüder Riemer“ erkannte die Zeichen der Zeit und stellte von reinen Pfeifendrehorgeln mit Stiftwalze auf Selbstspielklaviere und Orchestrion mit Lochblättern um. Durch die Notenrollen konnte eine unbegrenzte Anzahl von Musikstücken auf ein- und derselben Drehorgel gespielt werden. Dazu lieferte sie Orchestrions mit Trompete, Mandolinen, Schlagzeug und Lichteffekten. Die Krönung dieser Entwicklung waren die Goldmedaille bei der Gewerbeausstellung 1903 in Aussig und ein eigenes Patent für die Mandoline im Orchestrion. 

Die Firma beschäftigte 70 Arbeiter. Die Werkstätten waren mit den neuesten elektrisch angetriebenen Maschinen ausgerüstet.

  Produktionsstätte / Werkstatt Gebrüder Riemer - 1908 Kratzau, Böhmen "Gebrüder Riemer" Drehorgel Produktionsstätte 1908 Kratzau, Böhmen
     

Bis 1914 

Elektrische Musikwerke jeder Art entstanden, von denen die größten eine komplette Musikkapelle ersetzen konnten.

 

 

Ab 1919

„Gebrüder Riemer“ baute zu der Zeit bereits elektrische Klaviere, die bis zum Jahr 1930 eine solche Vervollkommnung erfuhren, dass Rhythmus und Betonung kaum mehr von einem handgespielten Klavier zu unterscheiden waren. Die Musikstücke wurden hierzu von einem eigens konstruierten Klavier aufgenommen.

Mit dem Aufkommen des Rundfunks und der Schallplatte verschwanden diese elektrischen Klaviere allmählich. Ab 1925 stellte die Fabrik zwei Modelle von Handspielinstrumenten in den Höhen 105cm und 120cm her.

 

 

1930

Robert und Heinrich scheiden aus der Firma aus. Julius führte diese mit seinen Söhnen Julius und Otto bis zu seinem Tode 1934.
 

 Julius Riemer 06.01.1867 - 20.04.1934

Julius Riemer
06.01.1867 - 20.04.1934

     
 

1945 

Nach Kriegsende begannen die Brüder Otto und Julius Riemer in Bayern mit dem Wiederaufbau einer Firma nach alter Familientradition.

 

1949

Die Firma „Gebrüder Riemer“ hatte endlich in Ingolstadt Fuß gefasst. Sie wurde nun als Piano-Haus und Musikinstrumentenhandlung weiter geführt. 1960 schied Julius aus der Firma aus.

 

 

1970

Der Betrieb bezog die heutigen Geschäftsräume in der Theresienstraße 18, Ingolstadt.

 

1978

Nach dem Tod von Otto Riemer übernahm sein Sohn Wolfgang das Geschäft und führte dieses bis Ende Dezember 2013 mit seiner Frau Helga Riemer weiter.

 

 Otto Riemer 24.05.1905 - 21.06.1978

Otto Riemer
24.05.1905 - 21.06.1978

     
 

 

2014

Nach 36 Jahren übergab Wolfgang Riemer den Betrieb an seinen Sohn Bernhard, der nun die Firma „Gebrüder Riemer“ in sechster Generation weiterleitet.